Frauen auf dem Rad

ImageMobilität und Unabhängigkeit sind für Frauen ganz wichtige Faktoren bei der Alltagsbewältigung. Mit dem Rad in der Stadt unterwegs zu sein, fördert das sportliche Körperbewusstsein und bedeutet schnelle und umweltfreundliche Mobilität ebenso wie Flexibilität und Selbstbestimmung.
Früher war die Bedeutung des Radfahrens als „männlichen Sport“ betont. Diese Männlichkeit entsprach der Konstruktion des Radfahrens als Erfahrung eigener Individualität und Stärke und richtete sich gegen zwei konkrete Kritikpunkte. Zum einen wendete sich der „männliche Sport“ gegen jene Stimmen, die mit dem Hinweis auf die „hygienischen Folgen“ vor einer Verweiblichung der Radfahrer warnten. Zum anderen richtete sich die Betonung der Männlichkeit auch gegen den Vorwurf, dass Radfahren nur etwas für kleine Jungen sei. In der Diskussion um das Fahrrad als Kinderspielzeug definierte sich das Männliche weniger in Opposition zum Weiblichen als vielmehr im Gegensatz zum Kindlichen.
Diese Unabhängigkeit wird einmal mehr gewährleistet, wenn Frauen in der Lage sind, ihrem Fahrrad den nötigen sicherheitstechnischen Schliff zu geben bzw. kleine Reparaturen selber vorzunehmen.
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Die „new woman“ auf dem Fahrrad steckte in einem Dilemma. Das Radfahren von Frauen konnte eine wichtige körperliche und geistige Erfahrung darstellen, bei der die eigene Selbstständigkeit und Unabhängigkeit erfahren und zum Ausdruck gebracht werden konnte. Die Frauen erfuhren ihre Unabhängigkeit und ihr Selbstbewusstsein aber nicht aus sich selbst heraus. Die „new woman“ erfuhr die eigene Selbstwerdung in Abhängigkeit von einem Konsumgegenstand, einem vermeintlich nutzloses Spiel. Das Verhältnis von Fahrradgebrauch und Emanzipation blieb daher ambivalent: Das Radfahren ermöglichte den Frauen die Erfahrung eigener Selbstständigkeit und Unabhängigkeit, demonstrierte aber zugleich die Abhängigkeit dieser Selbstwerdung vom Akt des Konsumierens.

ImageTechnische Details sind irrelevant, wenn sie nicht in direktem Zusammenhang mit unserem Fahrvergnügen stehen. Wir wollen wissen, was wir auf dem Rad für eine Figur machen, weniger, wie das Reifenprofil unseres Mountainbikes aussieht. Wir arbeiten auf dem Fahrrad gern an unserer Fitness und an unseren Speckröllchen und liefern uns ungern Wettkämpfe. Naturgenuss und sanfte Bewegung – das ist es, was uns am Radfahren gefällt.
Ich habe mir vor 2 Monaten einen neuen Singlespeed Fahrrad besorgt, in einem vorkommenden Post werde ich mein Liebling auch euch vorstellen!